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Reiseberichte
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Reiseziel: Oberammergau
Busreise zu den Passionsspielen 2010
in Oberammergau vom 4. bis 8. August 2010
Dreißig erwartungsvolle Reisende in Begleitung ihrer Reiseleiterin (Monika Weber) machten sich am 4. August im bequemen Reisebus auf den Weg in den Süden Deutschlands.
Ziel war an diesem Tag für die in Koblenz, Ulmen, Trier und Saarbrücken zugestiegenen Reisegäste die Stadt Füssen im Südwesten Bayerns an der Romantischen Straße.
Das im Faulenbachtal gelegene Hotel und Quartier für die nächsten Tage erreichte die Reisegruppe am frühen Abend. Nach Zimmerbezug und Abendessen erkundeten die meisten Reiseteilnehmer die Umgebung und genossen den Spaziergang in die Altstadt oder durch die schön angelegten Kuranlagen. Eine Wohltat nach dem Sitzen im Bus!
Am nächsten Morgen stand nach einem ausgiebigen Frühstück das Benediktinerkloster Ettal auf dem Programm, die beliebteste Sehenswürdigkeit im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Der Besuch der barocken Basilika, die einführenden Erläuterungen der prächtigen Wand- und Deckenmalereien durch einen Benediktinermönch des Klosters und der sich anschließende Gottesdienst waren so beeindruckend, dass der Regen draußen, der immer heftiger wurde, nur noch eine Nebenrolle spielte.
Eingedeckt mit guten Büchern, Klosterlikör oder Spielsachen für die Enkelkinder ging es nach einem kleinen Mittagsimbiss durch die grüne Allgäulandschaft weiter nach Murnau. Nicht nur wetterbedingt war der Besuch des Schlossmuseums genau das Richtige: Murnau und seine Landschaft bilden den Ausgangspunkt für die ständige Sammlung des Museums. Ein engagierter Museumsführer gab Einblicke in die Hinterglasbilder-Sammlung, die Malereien im 19. Jahrhundert mit Malern wie Eduard Schleich, Carl Spitzweg, Philipp Sporrer u.a. sowie die unter dem Namen: "Der blaue Reiter" ausgestellten Werke von Kandinsky, Franz Marc und August Macke. Eine besondere Aufmerksamkeit wurde den Werken von Gabriele Münter gewidmet, deren Schaffenskraft mit mehr als 70 Gemälden, Zeichnungen u.a. präsentiert wird.
Trotz des ununterbrochen anhaltenden Regens ließen sich die Reiseteilnehmer nach dem Museumsbesuch im kleinen Städtchen Murnau das "Sommereis" schmecken, ehe es hieß, wieder in den Bus zu steigen und an die Rückfahrt zu denken.
Der Besuch der Wieskirche in Steingaden, vielen schon bekannt und dennoch immer wieder gerne besucht, war noch ein besonderes "Bonbon" unseres Busfahrers vom Reisebusunternehmen Friedrichs aus Kelberg, der viele mit seinem Vorschlag, die wunderschöne Barockkirche ohne "Einrüstung" zu besichtigen, sehr erfreute.
Abendessen im Hotel und ein gemütliches Zusammensein bei einem guten Glas Wein rundete den Tag mit seinen vielfältigen Erlebnissen ab und eine wohlige Müdigkeit durch die schönen Eindrücke, die Vorfreude auf den kommenden Passionsspieltag und die sehr ruhige Umgebung verhalfen den meisten Teilnehmern zu einem erholsamen Schlaf.
Das graue und regnerische Wetter am nächsten Morgen konnte die Freude auf die Passionsspiele in Oberammergau keineswegs trüben. Einige der Reiseteilnehmer hatten am Vortag schon Decken eingekauft oder schon zu Hause an ungünstige Witterung gedacht. Der Blick zum Himmel versprach nur weiteres Grau und die Oberammergauer Wolldecken in den Souvenirläden wechselten ihre Besitzer.
Ein Spaziergang durch die Fußgängerzone von Oberammergau mit seinen schönen Fassadenmalereien, Holzschnitzereien, einen Eindruck über die große Menge an Passionsspielbesucher im Ort, eine Stärkung in einem der vielen Cafés oder Restaurants und dann war es soweit: Ziel und Höhepunkt der Reise: Die Oberammergauer Passionsspiele. Erstmals war der Spielbeginn am frühen Nachmittag mit einer dreistündigen Pause und Weiterspiel in den späten Abend hinein.
Ein überdachter Zuschauerraum mit 4.800 Plätzen - vollbesetzt, eine offene Bühne - teilweise mit einer Plexiglaskonstruktion bedeckt.
Das Bühnenbild, ein Gebäudeensemble dezent in Farbe und Stil römischer Architektur, Vorhang und Bühnenboden in zartem bayerischen (oberammergauerischem) Blau gehalten.
Die in den Spielablauf integrierten Bildszenen aus dem Alten Testament, die mit lebenden Personen als eine Art Stilleben farbenprächtig in die Handlung eingewoben wurden: "Verlust des Paradieses"; "Moses führt die Israeliten durch das rote Meer"; "Die zehn Gebote und der Tanz um das goldene Kalb"; "Das Pessachmahl vor dem Auszug aus Ägypten"; "Der Verrat am Felsen Gabaon"; Die Berufung Moses am Dornbusch"; "Der Prophet Daniel in der Löwengrube"; "Die Verspottung Hiobs"; Die Verzweiflung Kains"; "Moses wird vom Pharao verstoßen"; Joseph wird als Retter Ägyptens gefeiert"; "Isaaks Opferung auf dem Berg Moria"; "Die Rettung durch den Aufblick zur ehernen Schlange".
Die ca. 2.200 Oberammergauer Laiendarsteller, davon 1/4 Kinder. Der Enthusiasmus der Darsteller, unverbraucht, ohne Spielmüdigkeit, die voller Leidenschaft auf der Bühne agierten.
Allen voran die Hauptdarsteller Jesus, der jüdische Hohepriester Kaiphas, der Statthalter Pontius Pilatus, Judas, die Apostel, die den Leidensweg Jesu, sein Leiden und Sterben, Auferstehung darstellen.
Die Texte, zurückführend auf den Benediktinerpater Othmar Weis, vom damaligen Ortspfarrer von 1850 bis 1880 überarbeitet und im Laufe der Zeit kontinuierlich verändert und angepasst.
Die Musik, die neben Chor- und Prologauftritten ein wesentlicher Baustein der Spiele ist, mitreisend, gewaltig, unter die Haut gehend!
Es fehlten die Worte - vorerst!
Rückfahrt nach Füssen ins Hotel.
Der nächste Morgen - wieder überzogen Regenschauer die schöne Bergkulisse und das Grün der Hügellandschaft - war reserviert für die bedeutenden und vielbesuchten Schlösser Bayerns: Hohenschwangau und Neuschwanstein.
Die Fahrt ging zuerst zum im neugotischen Stil wieder aufgebauten Schloss Hohenschwangau, dem Elternschloss König Ludwigs des II., erbaut 1832 bis 1836 von Kronprinz Maximilian von Bayern.
Wenn auch die Besichtigung wegen des großen Besucherandranges im "Halbstundentakt" absolviert werden musste, konnte doch ein Eindruck von Leben im Schloss und seiner Prachtentfaltung gewonnen werden.
Um die anschließende Führung im Schloss Neuschwanstein nicht zu verpassen, machte sich ein Teil der Reiseteilnehmer sofort zu Fuß hinauf zum wohl berühmtesten Schloss Deutschlands: dem Schloss Neuschwanstein. Wer den für manchen doch beschwerlichen Aufstieg nicht zu Fuß machen konnte, für den standen Pferdekutschen bereit. Angekommen an dem an zerklüfteten Felsen in malerischen Bergszenen erbauten Schloss von König Ludwig dem II. genossen die Reiseteilnehmer die Pracht der Wand- und Deckenmalerei, der prunkvollen Dekorgegenstände und Möbel sowie den herrlichen Ausblick aus dieser Höhe auf Berge und Seen. Atemberaubend schön, auch wenn bedingt durch die Besucherströme die Verweilmomente sehr kurz waren, um die Pracht in sich aufzunehmen.
Mittlerweile klärte der Himmel auf und die Teilnehmenden freuten sich auf einen sonnigen freien Nachmittag in Füssen und auf den Vorabendgottesdienst in der Basilika St. Mang. Nach dem Abendessen im Hotel schmeckte noch ein gemeinsames Glas Wein zum Ausklang, bevor Kofferpacken angesagt war.
Am Samstag, dem Rückreisetag hieß es Abschied nehmen von der malerischen Bergwelt, der lieblichen Allgäuer Landschaft. Noch ein Gruppenfoto vor dem Hotel - die Gruppe war komplett und es regnete nicht und schon fuhr die "Arche-Noah-Gruppe" wieder Richtung Heimat. Landau war noch eine Pause wert, letzte Adressen wurden getauscht.
Diese schöne Arche-Noah-Reise wird allen sicher in schöner Erinnerung bleiben.
Reisedatum: 30.05. - 19.06.2009
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